Kirche, ÖGB und AK: Solidarität und Gemeinwohl als tragende Säulen der Gesellschaft wertschätzen

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Arbeiterkammer, Diözese Linz, ÖGB veröffentlicht.

Schon seit Mitte der 80er-Jahre kooperieren Diözese Linz, Arbeiterkammer und ÖGB bei Fragen zur Würde des Menschen, zu humaner Arbeitsgestaltung oder zu einem arbeitsfreien Sonntag. Am 4. und 5. Oktober 2018 widmete sich eine gemeinsame Tagung der Frage: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

Dabei gab es klare Worte vom Linzer Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer: „Es wäre völlig unverantwortlich, die aus dem christlich-demokratischen Denken entstandenen Solidaritätsstrukturen der Gesellschaft zu entsorgen und durch einen Kapitalismus des totalen Laissez-faire zu ersetzen.“ Und AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Dr. Johann Kalliauer ergänzt: „Das Wirtschaftssystem muss den Menschen dienen – und nicht umgekehrt. Problematisch wird es, wenn eine Gesellschaftsgruppe wirtschaftspolitisch dominant wird und damit der Ausgleich von Interessen ins Hintertreffen gerät.“

Beide wünschen sich eine offene, tolerante und demokratische Gesellschaft, die in Solidarität eine Teilhabe aller an Reichtum, Bildung, Arbeit und Kultur ermöglicht, auf Generationengerechtigkeit achtet und das Gemeinwohl nicht aus dem Blick verliert. Sowohl Bischof Scheuer als auch AK-Präsident Kalliauer betonen in diesem Zusammenhang die zentrale Rolle der Sozialpartnerschaft.

Die Zusammenarbeit von Arbeiterkammer, Katholischer Kirche und Gewerkschaftsbund ist eine mahnende Allianz, um auf gesellschaftliche, soziale oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Zukunftsoptionen und Fehlentwicklungen hinzuweisen. Bei der heurigen Tagung ist die Fragestellung sehr grundsätzlich angelegt. Die Frage „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“ ist der ureigenste Inhalt philosophischen und politischen Denkens.

AK, Katholische Kirche und ÖGB sind über die momentan wahrnehmbaren gesellschaftlichen Polarisierungen, sehr besorgt. Deshalb haben sich die drei Organisationen zum Ziel gesetzt, gemeinsame Werte abzustecken und gemeinsame Vorstellungen von der Zukunft auszuarbeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei auch Fragen der Gerechtigkeit: „Eine Gesellschaft bietet nur dann die Grundlage für ein gutes Leben für alle, wenn sie fair gestaltet ist und allen eine gerechte Teilhabe an den wirtschaftlichen Gütern ermöglicht,“ heißt es etwa im gemeinsamen Manifest für Gerechtigkeit.

Scheuer: „Es braucht den kritischen Blick auf Strukturen und Dynamiken, die das Leben fördern oder es im Gegenteil erschweren“

Bischof Dr. Manfred Scheuer betont, dass es DIE österreichische Gesellschaft im Grunde genommen nicht gibt. Das In-Beziehung-Bringen der unterschiedlichen Gesellschaftsformen und -gruppen sieht er als „grundlegende Aufgabe für die politischen Entscheidungsträgerinnen und -träger, aber auch für gesellschaftliche Akteure wie Kammern, InteressenvertreterInnen, Gewerkschaften oder auch Kirchen“. Scheuer stellte die Frage: „Wozu führen Gesellschaften? Führen sie zum guten Leben, zum Glück, zum Wachstum? Ist das Ziel Gemeinwohl oder haben die Individuen nichts mehr gemeinsam?“

Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer zum Tagungsmotto: „Die Frage ‚In welcher Gesellschaft wollen wir leben?‘ ist vor allem eine Frage nach dem Wie des Zusammenlebens auch über unser Land hinaus. Wie entsteht Gemeinsames, Empathie, Solidarität über die eigene Gruppe hinaus? Die Kirche rückt mit ihrer Katholischen Soziallehre den konkreten Menschen in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen und steht ein für ein gutes Leben für alle Menschen. Der Wert und die Würde eines Menschen muss nicht erst ‚erleistet‘ werden und darf auch niemandem abgesprochen werden. Bei einem guten Leben für alle geht es natürlich um Individuen, aber auch um den kritischen Blick auf Strukturen und Dynamiken, die das Leben fördern oder es im Gegenteil erschweren. Der Begriff des Gemeinwohls zum Beispiel in der Form einer solidarischen Absicherung bei Krankheit oder dem Zugang zu leistbarem Wohnen ist so bedeutsam wie eh und je.“

Den ganzen Artikel mit Fotos findet ihr hier(klick!).

(Quelle: www.dioezese-linz-at)

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